Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ)

Als vermutlich erste Insolvenzverwalterkanzlei der Welt haben wir uns nach den Grundsätzen der Gemeinwohlökonomie zertifizieren lassen. Was ist das?

Die Initiative zur Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), deren bekanntestes Gesicht sicherlich Christian Felber ist, hat sich dem Gedanken verschrieben, die generelle „Verwechslung von Mittel und Zweck“ zu korrigieren, um zu einer ethischen Marktwirtschaft zu gelangen.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen in Bilanzen, GuV etc. erfassen vereinfacht gesagt den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Man spricht also von einem erfolgreichen Unternehmen, wenn es Jahr für Jahr eine höhere Bilanzsumme ausweisen oder gar, wenn es nur deutliche Umsatzsteigerungen vorweisen kann.

Nichts ausgesagt wird dadurch, wie das Unternehmen diese Zahlen erreicht hat – sprich, wie es mit Lieferant:innen, Kund:innen, Mitarbeiter:innen, der Umwelt und dem gesellschaftlichen Umfeld umgeht. Die in der Bilanz zusammengestellten Posten sind eigentlich nur die Mittel, mit denen gewirtschaftet wird und der Wert ist der Beitrag, den das Unternehmen zum gesamtgesellschaftlichen Wohlergehen beiträgt (=Zweck).

Viele Probleme, die wir im heutigen Wirtschaftssystem mit Auswirkungen auf Menschen und Umwelt haben, beruhen auf einer Verkehrung von Mittel und Zweck. Aktuell scheint es so zu sein, dass der Zweck darin gesehen wird, möglichst große Reichtümer und Macht anzuhäufen.

Der Beitrag zum Gemeinwohl wird aber bislang nicht erfasst, obwohl eigentlich wohl jede Verfassung eines demokratischen Staates diese Gemeinwohlorientierung normiert. In der bayrischen Verfassung ist dies besonders deutlich. Dort heißt es in Artikel 151: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl…“. Und als bayrische Rechtsanwaltskanzlei haben wir gesagt: „Dann lasst uns doch mal unseren verfassungsgemäßen Auftrag ernst nehmen!“

Bislang gab es kaum ein praktikables Werkzeug, um dies zu tun. Die GWÖ hat eine Matrix erarbeitet, die alle zum Unternehmen gehörenden Prozesse bewertet und gewichtet und stellt damit ein hervorragendes Werkzeug zur Verfügung.

Weitere Informationen:

• Website der GWÖ: http://www.ecogood.org

• Aufsatz von RA Jürgen Müller: Der gemeinwohlzertifizierte Insolvenzverwalter

• Kanzlei Dr. Hingerl & Müller: Gemeinwohlbericht

Auch darüber hinaus sind die Sozien in der Zivilgesellschaft aktiv. RA Jürgen Müller hat mehrere gemeinnützige Vereine mitgegründet, in deren Vorstand er zum Teil war. Im Jahr 2019 hat er das Klimabündnis „München muss handeln“ mitinitiiert. Mehr zum Engagement finden Sie hier. RA Dr. Hingerl hat nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ den ersten ökologischen Golfplatz in Deutschland aufgebaut, bei dem konsequent auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet wird.